Tag Archive for Cricket

Road Trips: Theorie und Praxis

Drei Tage lang haben sie sich kreuz und quer durch ein mexikanisches Freudenhaus gevögelt.

Das ist es, was ich von Jack Kerouacs berühmter Beatgenerationsbibel und Ur-Roadtripserzählung „On the road“ in Erinnerung behalten habe. Das Buch hatte mir 2010 mein damaliger Chef empfohlen, als ich ihm erzählte, dass ich einen Road-Trip vorhabe. Das sei der Klassiker. Der Ur-Road-Trip sozusagen (also von der Odyssee und Goethes Italienischer Reise mal abgesehen). In „On the Road“ jage eine Party die andere, und immer werde es dem Protagonisten nach ein paar Minuten langweilig oder er zerstreitet sich mit seinem aktuellen Gastgeber und haut ab. Mehrfach fährt er sein Gefährt zu Schrott und muss erstmal ein paar Wochen tagelöhnern, bevor er wieder weiterkann. Und am Ende landet er eben in diesem lustigen Bordell, in dem alle nur Party machen und ihn die runden mexikanischen Mädchen alle paar Stunden von der Bar auf ein Zimmer schleifen. Das müsse ich lesen, wenn ich meinen Trip machte. Dann fragte er, wo es hingehe. Bretagne? Toscana? Algarve? „Nach Sachsen“, sagte ich.

Aktuell steht wieder ein Road-Trip an. Und diesmal geht es tatsächlich durch die USA.

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Cricket gucken:
Cricket ist wie Schach, mächtig brutal

„Baseball auf Valium“ lautet eine amerikanische Spottbezeichnung für Cricket. Für deutsche Sportfans muss Cricket dann noch langweiliger sein, denn die finden ja schon Baseball unerträglich öde. Der gemeine Deutsche guckt und betreibt Torspiele: Fußball, Hockey, Handball. Mein südafrikanischer Kollege Lasse meint, es mache schon Spaß, Fußball zu spielen, aber es zu gucken? Totlangweilig, es passiere die ganze Zeit nichts. Im Cricket hingegen …

Warum guckt man also Cricket? Ist es spannend? Schläft man ein? Nach meinen kühnen Versuchen, selbst Cricket zu spielen, folgt hier der kühne Versuch, Cricket selbst zu gucken.

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Cricket:
Ich schlage mich besser als den Ball

Ich hatte sie vorgewarnt. Bälle seien meine natürlichen Feinde, hatte ich gesagt, aber ich wolle dieses Cricket eben unbedingt probieren. Ich sei sicher besser bei den Anonymen Zappelphilippen aufgehoben, aber die hätten eben kein Cricket im Angebot. All das schrieb ich an den Greenpoint Cricket Club. James, der Club Captain, antwortete, mir solle nicht bange sein. Ich solle einfach zu ihren Trainings kommen – oder gleich am Wochenende, sie hätten ein Spiel. Also ging ich an einem Januartag im Sonnenschein hinunter zum Club.

Schon am Abend musste ich in der Bar des Clubhauses nicht einmal mehr sagen, was ich trinke.

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