Beim Schlägerball kann man sowohl Tore (also Punkte) erzielen, als auch Gegner aus dem Spiel nehmen. Fürs Erste muss man den Ball mit dem Schläger ins „Tor“ befördern. Fürs Zweite muss man den Ball ins „Tor“ werfen. Beides kann der Gegner mit den Schlägern verhindern.

Hat eine Mannschaft die andere komplett aus dem Spiel genommen, endet das Spiel. Es gibt also keine vorgeschriebene Spielzeit. Gewonnen hat aber das Team mit den meisten Punkten. Außer den Toren gibt es weitere Arten, Punkte zu erzielen.

Teams
Jedes Team startet mit 5 Spielern. Es gibt keinen ausgewiesenen Torwart oder Werfer. Varianten mit mehr oder weniger Spielern sind denkbar.

Schläger
Ideal sind die Schläger des schottischen Shinty oder des irischen Hurling. Es kann (der einfacheren Verfügbarkeit wegen) jedes geeignete Sportgerät verwendet werden. Mehr Infos zum Thema Schläger.

Spielfeld
Gespielt wird auf ein (einziges) „Tor“ (im Schaubild schwarz) in der Mitte (!) des Spielfelds. Die Teams (blau und rot) können aber nur aus jeweils unterschiedlichen Richtungen Tore erzielen (Pfeile).

Das bedeutet, dass das Tor von beiden Seiten gleich beschaffen sein muss. Aus diesem Grund wird ein „Wicket“ wie beim Cricket verwendet. Das Wicket besteht aus drei etwa oberschenkelhohen aufrechten Stangen („Stumps“) und zwei lose daraufliegenden Klötzchen („Bails“). Die Stangen stehen jeweils etwa eine Ball-Breite auseinander. Das Wicket ist ingsgesamt etwa 40 cm breit.

Um ein Tor zu erzielen, muss ein Spieler aus der korrekten Richtung (seiner „Torseite“) das Wicket „zerschießen“. Das Wicket gilt als zerschossen/zerstört, wenn mindestens einer der beiden Klötzchen herunterfällt. Bei einem solchen Tor wird auch von „Tor“ gesprochen.

Um einen Gegner aus dem Spiel zu nehmen, muss das Wicket durch Werfen des Balls von der anderen Seite (der eigenen „Wicketseite“, also der Torseite des Gegners) zerstört werden.
Der Ball darf aber nur von bestimmten kleinen Feldern aus geworfen werden. Diese liegen den beiden Seiten des Tores ca. 18 m in gerader Linie gegenüber. Jedes Teamdarf nur von einem dieser beiden Wurffelder werfen, nämlich dem auf der Wicketseite (Torseite des Gegners, im Schaubild das blaue Feld für das blaue Team).

Der Bereich (Wurfzone im Ggs zu Wurffeld) zwischen diesen Feldern und dem Tor darf nicht mit den Füßen betreten werden.
Das Spielfeld ist idealerweise eine Ellipse um das Tor und die Wurfzone(n) herum. Abgesehen von der Wurfzone muss das Spielfeld nicht zwingend begrenzt werden, da keine Mannschaft einen Vorteil daraus erzielt, den Ball vom Tor fernzuhalten.

Ballführung
Der Ball darf auf jede Art mit dem Schläger gespielt werden – schlagen, schieben, lupfen, balancieren, tragen etc. – solange niemand gefährdet wird. Der Ball darf (bzw. muss) auch mit dem Schläger aus der Luft geholt werden, auch im direkten Zweikampf.

Der Ball darf mit dem Fuß gespielt werden, muss dann aber als nächstes wieder mit dem Schläger gespielt werden. (Ausnahme: Die gegnerische Mannschaft darf den mit dem Fuß gespielten Ball einmal mit dem Fuß berühren.)

Der Ball darf nur in zwei Situationen mit der Hand berührt werden:
Einmal zum Zweck des „Auswerfens“ (siehe unten) und im freien Spiel nach einem langen Pass durch die Luft. Dabei muss der Ball aber mit dem Schläger in der Luft gestoppt und dann mit einer Hand gefangen werden. Der Ball muss dabei von einem anderen Spieler mit dem Schläger durch die Luft befördert worden sein. Dieser Vorgang wird (wie beim Aussie Rules Football) „Mark“ genannt. Gelingt einem Spieler ein solcher „Mark“, darf er an dieser Stelle einen Freistoß ausführen (und dadurch ein Tor erzielen).

Auswerfen
Um einen Spieler des Gegners auszuwerfen, muss man den Ball in dessen Angriffsseite des Tores werfen. Dies darf nur vom eigenen Wurffeld aus geschehen. Nur dort darf ein Spieler stehen/den Boden berühren und dabei den Ball führen/spielen. Vor dem Wurf muss der Ball mit dem Schläger dem Werfer durch die Luft zugespielt werden.
Der Werfer darf nach dem Wurf zum Auslaufen die sonst verbotene Wurfzone betreten, muss diese aber verlassen, bevor er wieder ins Spiel eingreift. Ob er beim Wurf den Schläger fallen lässt, ist ihm überlassen.

Beim Wurf darf – wie sonst auch – niemand in der Wurfzone stehen. Die gegnerischen Spieler dürfen aber ihre Schläger in die Wurfzone halten, um den Wurf abzuwehren.
Gelingt es dem Werfer, das Tor zu treffen, muss ein gegnerischer Spieler das Spielfeld verlassen.
Gelingt es den Verteidigern, den Ball mit dem Abwehrschlag aus dem Spielfeld zu spielen, verteidigen sie nicht nur das Haus, sondern erzielen obendrein ihrerseits Punkte. Dies nennt man eine „Boundary“. Nach einer Boundary startet der Gegner das Spiel mit einem Anstoß.
Gelingt es aber wiederum dem Team des Werfers, den vom verteidigenden Team abgewehrten Ball direkt aus der Luft zu fangen, muss dieser das Spiel verlassen.

Punkte
Die primäre Art, beim Schlägerball Punkte zu erzielen, ist das Toreschießen. Ein Tor ist x Punkte wert.
Ein Tor kann auch durch einen Freistoß erzielt werden. Ein Freistoß darf nicht verteidigt werden. D. h. der Ball darf vom Gegner nicht gespielt werden, bis dieser von einem Mitspieler berührt wurde oder die Torlinie überquert hat. Ein Freistoß erfolgt nach einem Foul oder einem Mark.

Die zweite Art, Punkte zu erzielen, ist die Boundary. Wenn der Ball dabei das Spielfeld verlässt, ohne vorher auf dem Boden aufzukommen, zählt das x Punkte, andernfalls y.

Weitere grundlegende Regeln

  • Körperangriff: (nur) der ballführende Spieler darf durch Sperren, Blocken oder Schultercheck angegriffen werden.
  • Die Schläger dürfen nicht gegen die Person geführt werden. Ein solches Vergehen führt zu einem Freistoß an der Stelle des Fouls.
  • Die nicht zu betretende Wurfzone bedingt, dass alle „Aus-Würfe“ sowie viele Torschüsse nicht mit dem Körper, sondern nur mit dem Schläger verteidigt werden können.

Was bedeuten diese Regeln nun für das Spiel?