Ich mag verrückte, ungewöhnliche Sportarten. Neben den diversen „Football-Codes“ vor allem solche mit einem Schläger: verschiedenste Arten von a) Hockey und b) Golf sowie c) Baseball/Cricket. Ich hatte schon lange die Idee, einen Hybridsport aus diesen drei Spielsystemen zu entwickeln, und hier ist er – mein erster Entwurf für Schlägerball.

Was sind nun die Hauptcharakteristika dieser Spielideen, die mich faszinieren und die ich in Schlägerball implementieren will?

Hockey
Die Spiele, die ich grob unter dem Namen „Hockey“ zusammenfasse, sind allesamt Torspiele mit einem Schläger. Das Schöne bei Torspielen ist: Sie sind intuitiv verständlich. Das Runde muss ins Eckige. Punkt.

Für Zuschauer am attraktivsten sind dabei vielleicht die rasanten Varianten, die auf Roll- oder Schlittschuhen gespielt werden. Aber mein Schlägerball soll einfach zugänglich sein und mit normalem Schuhwerk und auf den eigenen Füßen gespielt werden.
Der Kern, den ich in Schlägerball einbringe, ist also einfach: Zwei Teams versuchen, mit Schlägern einen Ball auf ein Tor zu schießen.

Golf
Wenn man sich’s recht bedenkt, sind Golf und Hockey gar nicht so unterschiedlich. (Angeblich sind ja auch beide dadurch entstanden, dass gelangweilte Schäfer mit ihren Schäferstäben rumknüppelten.) Auch hier muss ein Ball mit einem Schläger in ein Ziel befördert werden. Beim Golf ist eben die Distanz länger und das Ziel kleiner. Dafür gibt es keine Gegner, die einen behindern.
Das Golf-Prinzip soll als Standardsituation, z. B. nach einem Foul, in Schlägerball implementiert werden.

So weit, so gut. Baseball und Cricket funktionieren aber deutlich anders. Wie passen sie ins Bild? Wer möchte, schaue sich erstmal dieses Regelvideo zu Cricket an:

Baseball/Cricket
Diese beiden verwandten Sportarten werden als „Safe Haven“-Games zusammengefasst: Die Spieler/innen der offensiven Mannschaft bringen den vom Gegner geworfenen Ball ins Spiel und versuchen, durch das Ablaufen bestimmter Strecken Punkte erzielen. Die Verteidiger versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bringen und dann mit dem Ball die Läufer „auszumachen“. Die Läufer können sich davor schützen, indem sie „sichere Zonen“ (die Bases) erreichen.

Dieser Aspekt wird schwerlich mit einem Torspiel zu vereinen sein. Der Versuch dürfte zu einem „Zweiphasenwettkampf“ führen – wie etwa Schachboxen. Also: Beide Systeme wechseln sich ab. Erst das eine, dann das andere. So ein Spiel könnte quasi wie Baseball funktionieren, wobei jeder Läufer, der das Ziel erreicht, einmal aufs Tor schießen darf oder ähnlich. Aber das ist es nicht, was ich im Sinn habe.

Baseball und vor allem Cricket bieten aber noch einen anderen Aspekt, der sie sehr spannend macht: Jede Aktion ist gleichzeitig defensiv und offensiv.

Denn der Schlagmann muss den Ball nicht nur treffen, um Punkte zu erzielen. Er muss gleichzeitig sich bzw. sein „Haus“ schützen. Bleiben wir beim Cricket: Der Schlagmann steht vor einem Gebilde aus Holzstangen, dem „Wicket“. Wird dieses vom Gegner mit dem Ball zerstört, ist der Schlagmann aus dem Spiel.

Nochmal zum Mitschreiben: Der Werfer attackiert den Schlagmann, indem er mit seinem Wurf dessen Haus/Wicket bedroht. Gleichzeitig muss er durch schnelle, harte oder unberechenbare Würfe das eigene Punktekonto verteidigen. Der Schlagmann muss sein Haus verteidigen, um im Spiel zu bleiben, aber gleichzeitig den Ball attackieren, um Punkte zu erzielen.

Diese „Doppelspannung“ gibt es bei den Torspielen nicht. Steht die eine Mannschaft vor dem Tor der anderen, kann sie nur gewinnen (punkten), riskiert aber selbst keinen unmittelbaren Schaden. Man stelle sich vor, der Elfmeterschütze muss vom Platz, wenn er versiebt! Diese Doppelspannung soll es in Schlägerball auch geben.

Wie das geht, steht hier.