Sport

Judo I: Der sanfte Weg tut weh.

Indem ich hier auf dem Sofa sitze und dies schreibe, gehe ich den Weg des geringsten Widerstandes. Denn genau jetzt (am Montagabend) könnte ich das zweite Mal zum Judotraining gehen. Tue ich aber nicht. Denn am kommenden Wochenende will ich ein zweitägiges Cricketmatch auf Helgoland spielen. Und von den Schmerzen meines ersten Besuchs im Judozentrum habe ich mich gerade so erholt. Daher ist es ausgeschlossen, heute zum Judo zu gehen. Denn dann könnte ich unmöglich am Wochenende Cricket spielen, versteht sich.

Dass mir die gesamte Woche alles wehtat, liegt weniger am Judo, als an meinem Körper und meiner Dummheit.

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Sport satt statt Sportstadt:
Und tschüß, Freezers!

Die „Hamburg Freezers“ sind vermutlich perdu. Erst ging der „HSV Handball Hamburg“ während der Saison konkurs, dann das Frauenvolleyballteam VT Aurubis und jetzt die himmelblauen Kühlschränke. Außerdem stehen die Cyclassics vor dem Aus und Olympia wurde auch abgewählt. Von den Titelseiten der großen Zeitungen bis in unzählige Kommentare auf facebook kann man lesen: Die Sportstadt Hamburg ist tot.

Mich ätzt dieses Gejammere an. Anscheinend definieren viele Leute die Stellung des Sports in Hamburg nur durch zwei gescheiterte Retortenteams sowie kostenintensive Großereignisse. Dabei hat Hamburg eine reiche Szene gewachsener Sportvereine – darunter viele Bundesligisten.

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Der Geist von Bahia

Wir sind Weltmeister. Und das meine ich so. Du! Und Du! Und Du! Und ich. Dabei war ich früher der kleine, dicke Junge, der beim Fußball auf dem Ascheplatz am Boden saß und lieber im „Sand“ spielte. Ich war der Teenager, der die Deutschlandfahne ankokelte und mit Tote-Hosen-Knochenadler bemalte und der das EM-Finale 1996 nicht geguckt hat, sondern den Tatort.
Seit 1996 habe ich aber kein deutsches Spiel bei einer Endrunde mehr verpasst. Das bedeutete aber auch, dass ich in meiner Eigenschaft als deutscher Fußballfan bis jetzt titellos blieb. Viel könnte ich darüber schreiben, wie es sich anfühlt, mit dem Fan-Sein anzufangen, und werde es sicher auch nochmal tun. Hier geht es aber erstmal um die WM, das Wir und die Mannschaft.

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Cricket gucken:
Cricket ist wie Schach, mächtig brutal

„Baseball auf Valium“ lautet eine amerikanische Spottbezeichnung für Cricket. Für deutsche Sportfans muss Cricket dann noch langweiliger sein, denn die finden ja schon Baseball unerträglich öde. Der gemeine Deutsche guckt und betreibt Torspiele: Fußball, Hockey, Handball. Mein südafrikanischer Kollege Lasse meint, es mache schon Spaß, Fußball zu spielen, aber es zu gucken? Totlangweilig, es passiere die ganze Zeit nichts. Im Cricket hingegen …

Warum guckt man also Cricket? Ist es spannend? Schläft man ein? Nach meinen kühnen Versuchen, selbst Cricket zu spielen, folgt hier der kühne Versuch, Cricket selbst zu gucken.

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Cricket:
Ich schlage mich besser als den Ball

Ich hatte sie vorgewarnt. Bälle seien meine natürlichen Feinde, hatte ich gesagt, aber ich wolle dieses Cricket eben unbedingt probieren. Ich sei sicher besser bei den Anonymen Zappelphilippen aufgehoben, aber die hätten eben kein Cricket im Angebot. All das schrieb ich an den Greenpoint Cricket Club. James, der Club Captain, antwortete, mir solle nicht bange sein. Ich solle einfach zu ihren Trainings kommen – oder gleich am Wochenende, sie hätten ein Spiel. Also ging ich an einem Januartag im Sonnenschein hinunter zum Club.

Schon am Abend musste ich in der Bar des Clubhauses nicht einmal mehr sagen, was ich trinke.

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