Sport satt statt Sportstadt:
Und tschüß, Freezers!

Die „Hamburg Freezers“ sind vermutlich perdu. Erst ging der „HSV Handball Hamburg“ während der Saison konkurs, dann das Frauenvolleyballteam VT Aurubis und jetzt die himmelblauen Kühlschränke. Außerdem stehen die Cyclassics vor dem Aus und Olympia wurde auch abgewählt. Von den Titelseiten der großen Zeitungen bis in unzählige Kommentare auf facebook kann man lesen: Die Sportstadt Hamburg ist tot.

Mich ätzt dieses Gejammere an. Anscheinend definieren viele Leute die Stellung des Sports in Hamburg nur durch zwei gescheiterte Retortenteams sowie kostenintensive Großereignisse. Dabei hat Hamburg eine reiche Szene gewachsener Sportvereine – darunter viele Bundesligisten.

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Kopenhagen: Elefantenjagd für Anfänger

Den lille Havfruedie kleine Meerjungfrau – gehört zu den größten Enttäuschungen, die europäische Hauptstädte zu bieten haben. Sie gilt nicht umsonst als das kleinste Wahrzeichen der Welt, und wer sich auf den weiten Weg entlang der Langelinie-Promenade gemacht hat, muss sie vor lauter Touristen erst mal finden.

Den lille Havfrue die kleine Meerjungfrau Kopenhagen

Glücklicherweise gibt es im Umkreis der kleinen Frau zwei steinerne Nichten, die man entdecken und den Spaziergang spannender machen kann. Die eine ist eine surreale Version der Jungfrau mit dem schönen Namen “Die genveränderte Meerjungfrau”, die andere gehört zu einem Restaurant und wirkt auch sonst eher kommerziell. (Wer nicht suchen möchte, findet hier das Picasso-Weib und hier das Busenwunder.) Etwas weiter weg – beim Schwarzen Diamanten – gibt es noch eine vierte Meerjungfrau. Im Gegensatz zu diesen “Varianten” findet man Kopien der Meerjungfrau bei einer Tour der Carlsberg-Brauerei und im Tivoli.

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Ich laufe zu isis über – Colas im Blindtest

Ich rülpste und sagte: “Cola, halt.”

Und was soll ich sagen: Ich hatte recht.

Es war die neunzehnte und letzte Probe dieses Blind-Tastings. Im Vergleich zu vielen anderen schmeckte diese letzte Probe einfach nur noch nach Cola. Enttäuschend. Hatte dieses Tasting denn gar keine Erkenntnisse gebracht?

Cola Testen Geschmack bio

“Was glaubt Ihr denn, was die Coke war?”, fragte mein Gastgeber – Jan – mich und Julia, die Probanden. ‘DIE Coke.’ Klar, es gibt halt die eine und einzige Coke. Die mit den Eisbären und dem Weihnachts-Truck. Aber schmeckt man das auch? Ich blickte auf meine Tasting-Notizen, rülpste und sagte:

„Nummer 2 oder 11. Die schmeckten beide gleich: einfach nur süß und standard.“

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Der Geist von Bahia

Wir sind Weltmeister. Und das meine ich so. Du! Und Du! Und Du! Und ich. Dabei war ich früher der kleine, dicke Junge, der beim Fußball auf dem Ascheplatz am Boden saß und lieber im „Sand“ spielte. Ich war der Teenager, der die Deutschlandfahne ankokelte und mit Tote-Hosen-Knochenadler bemalte und der das EM-Finale 1996 nicht geguckt hat, sondern den Tatort.
Seit 1996 habe ich aber kein deutsches Spiel bei einer Endrunde mehr verpasst. Das bedeutete aber auch, dass ich in meiner Eigenschaft als deutscher Fußballfan bis jetzt titellos blieb. Viel könnte ich darüber schreiben, wie es sich anfühlt, mit dem Fan-Sein anzufangen, und werde es sicher auch nochmal tun. Hier geht es aber erstmal um die WM, das Wir und die Mannschaft.

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My Cape Town I:
X-raying the highlights

The (not so) Beginner’s Guide To Cape Town and the Western Cape

Cape Town Lion's HeadMy girlfriend and I have spent one year and a half in Cape Town. We enjoyed it all so much, the people, the landscape, the culture. Now I want to share the knowledge that we gathered with you.

What I (will) write down here offers insider tips which might even be useful for locals as well as my personal view on the obvious attractions. It ranges from high-high-high recommendations to some places that might only be interesting for some of you.

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Road Trips: Theorie und Praxis

Drei Tage lang haben sie sich kreuz und quer durch ein mexikanisches Freudenhaus gevögelt.

Das ist es, was ich von Jack Kerouacs berühmter Beatgenerationsbibel und Ur-Roadtripserzählung „On the road“ in Erinnerung behalten habe. Das Buch hatte mir 2010 mein damaliger Chef empfohlen, als ich ihm erzählte, dass ich einen Road-Trip vorhabe. Das sei der Klassiker. Der Ur-Road-Trip sozusagen (also von der Odyssee und Goethes Italienischer Reise mal abgesehen). In „On the Road“ jage eine Party die andere, und immer werde es dem Protagonisten nach ein paar Minuten langweilig oder er zerstreitet sich mit seinem aktuellen Gastgeber und haut ab. Mehrfach fährt er sein Gefährt zu Schrott und muss erstmal ein paar Wochen tagelöhnern, bevor er wieder weiterkann. Und am Ende landet er eben in diesem lustigen Bordell, in dem alle nur Party machen und ihn die runden mexikanischen Mädchen alle paar Stunden von der Bar auf ein Zimmer schleifen. Das müsse ich lesen, wenn ich meinen Trip machte. Dann fragte er, wo es hingehe. Bretagne? Toscana? Algarve? „Nach Sachsen“, sagte ich.

Aktuell steht wieder ein Road-Trip an. Und diesmal geht es tatsächlich durch die USA.

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Cricket gucken:
Cricket ist wie Schach, mächtig brutal

„Baseball auf Valium“ lautet eine amerikanische Spottbezeichnung für Cricket. Für deutsche Sportfans muss Cricket dann noch langweiliger sein, denn die finden ja schon Baseball unerträglich öde. Der gemeine Deutsche guckt und betreibt Torspiele: Fußball, Hockey, Handball. Mein südafrikanischer Kollege Lasse meint, es mache schon Spaß, Fußball zu spielen, aber es zu gucken? Totlangweilig, es passiere die ganze Zeit nichts. Im Cricket hingegen …

Warum guckt man also Cricket? Ist es spannend? Schläft man ein? Nach meinen kühnen Versuchen, selbst Cricket zu spielen, folgt hier der kühne Versuch, Cricket selbst zu gucken.

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Schnapsbrennen:
Gin, Gin, Miss Sophie!

Alkohol mag ein ungewöhnliches Thema für ein Blog über ungewöhnliche Freizeitbeschäftigungen sein, erst recht zu Silvester. Aber sehr lange war Alkohol überhaupt kein Thema für mich, sondern das Unaussprechlichste, Ekelhafteste überhaupt. Heute mache ich feinere Unterschiede. Auf der einen Seite steht Bier, und auf der anderen alle anderen Alkoholika. Bier ist das Ekelhafteste überhaupt, aber alles andere liebe ich. Kürzlich habe ich einen Schnapsbrennworkshop bei Jorgensen’s Distillery in den südafrikanischen Winelands besucht, und nun gehört es zu meinen Vorsätzen fürs neue Jahr, Schnaps zu machen. Calvados und Gin schweben mir da vor. Besonders Letzterer könnte Verwunderung hervorrufen. Gin? Das scharfe Zeuch, das man in Tonic ertränkt? Weit gefehlt.

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Astronomie:
Heulende und jaulende Himmelshunde

Heute abend setze ich mich an den Pool, hänge die Beine ins Wasser und beobachte Jupiter am Himmel mit dem Stier ringen. Seit Wochen poste ich auf facebook Andeutungen auf den südafrikanischen Sommer, um neidische Kommentare meiner Freundinnen und Freunde in Deutschland und anderen Orten der winterlichen Nordhalbkugel zu ernten. Ich bin damit mäßig erfolgreich. Irgendwie wollen die Leute nicht antworten, wie unverschämt das sei und dass sie alles gäben (Geld, Frau, Schokoladenkuchen), um mit mir zu tauschen.
Aber bitte, ich wollte auch gar nicht tauschen, schließlich ist der Himmel in Deutschland einfach nicht der Gleiche. Seit Wochen gehe ich abends raus auf unseren Balkon und versuche, die Sterne mit Namen zu nennen.

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Cricket:
Ich schlage mich besser als den Ball

Ich hatte sie vorgewarnt. Bälle seien meine natürlichen Feinde, hatte ich gesagt, aber ich wolle dieses Cricket eben unbedingt probieren. Ich sei sicher besser bei den Anonymen Zappelphilippen aufgehoben, aber die hätten eben kein Cricket im Angebot. All das schrieb ich an den Greenpoint Cricket Club. James, der Club Captain, antwortete, mir solle nicht bange sein. Ich solle einfach zu ihren Trainings kommen – oder gleich am Wochenende, sie hätten ein Spiel. Also ging ich an einem Januartag im Sonnenschein hinunter zum Club.

Schon am Abend musste ich in der Bar des Clubhauses nicht einmal mehr sagen, was ich trinke.

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